Montag, 7. März 2016

Kuching

Jeder Kreisel ist mit Katzenskulpturen versehen (Kuching = malayisch "Katze")

Als erstes eine angenehme Erfahrung. Am Flughafen angekommen geht man an den Taxi-Stand, gibt die Adresse durch, wo man hingefahren werden will und bezahlt den offiziellen Preis. Danach geht man mit dem Gutschein zum Taxifahrer. Keiner kann einen so übers Ohr hauen - sehr angenehm. Wenn ich so zurück denke, dann macht es die Leute einfach nicht sympathisch, wenn sie einen als erstes schon auszunehmen versuchen.

Unser Hotel ist neu - etwa eineinhalb jährig. Entsprechend positiv überrascht waren wir über den Standard. Das Zimmer ins Singapore hatte miefigen Teppich (und war älter als eineinhalb jährig...).

Als wir zum ersten Mal nach draussen gingen traf mich fast der Schlag: direkt vor dem Hotel gibt es einen (chinesischen) Essensstand. Es war alles voller Abfall, die streunenden Hunde haben ihre Nase überall und es war sehr schmutzig, überall Papiere. Der krasse Gegensatz zu Singapore halt. Aber nach einem Nachmittag durch die Stadt spazieren kann ich schon besser darüber hinweg sehen. Es hat einen eigenen Charme, einen eigenen Reiz.


Nicht nur das Hotel ist neu. Vieles ist neu. Oder besser gesagt neu plaziert. Die Touristeninfostellen auf zweijährigen Karten existieren nicht mehr. Viele Geschäfte sind zu, die Farbe abgesplittert. Und doch hat irgendwie jeder eine Bude für irgendetwas. Man findet alles - irgendwo. Jedenfalls sind wir ziemlich durch die ganze Stadt und zurück gerannt um noch vor dem Wochenende eine Tour in den Bako - Nationalpark buchen zu können. Vorbei an einer riesigen Mosche und vorbei an einem riesigen buddhistischen Tempel. Erst am folgenden Tag konnten wir dank einer malaysischen Simkarte (++60 12 8824282), einem Telefonanruf und einer neuen Büro-Standort-Information doch noch einen Übernachtungsplatz im Nationalpark zu ergattern.


Am Abend haben wir einen Food Court gefunden. Dass er auf Seafood spezialisiert ist habe ich leider übersehen. Es gab einen Stand mit Satay-Spiessen und Reis. Der Stand daneben verkaufte Getränke aus Zuckerrohr. Super Nachtessen. Mit Regen. Und Regen. Kein kurzer tropischer Regen. Wir haben also ein bisschen abgewartet, ein lustiges Gespräch mit zwei Typen begonnen, die uns übers Land erzählt haben und dass es im Moment jeden Tag zwei Mal regne - aber nur hier in Kuching, dies sei typisch. Letztlich überzeugten sie uns ihren riesigen Schirm mitzunehmen, weil der Platzregen nicht enden wollte. Den haben wir nun immer dabei.

Flurin und Livio sind nicht mehr ganz die kleinen herzigen blonden Buben, wie auf füheren Reisen, aber die Zwillingsfrage bleibt. Dazu kommt die Frage, warum sie nicht in der Schule seien. Und sie werden oft begutachtet. Einzelne wollen ein Selfie mit ihnen machen, einige fotografieren verstohlen sie im Geheimen. Viele mustern uns und lachen uns dann unglaublich herzlich an.

Bako, Nationalpark

Gestern Sonntag besuchten wir den Nationalpark. Anreise per Bus und Motoboot. Das Motorboot startet im Fluss (behaltet wegen den Krokodilen unbedingt die Finger im Boot!) und geht dann via Meer ein paar Buchten weiter. Noch am Fluss haben wir den Kingfisher im Sturzflug gesehen und als wir uns dem Nationalpark näherten auch schon den Seeadler. Weil Ebbe war, mussten wir im Wasser aus dem Boot klettern und bis zum Parkeingang waten.
Rund um die Gebäude gibt es viele Affen zu beobachten: Nasenaffen und Makaken. Wir machten einen Dreieinhalb-Stunden-Weg durch den Regenwald, wo wir keine grösseren Tiere entdeckten, aber die verschiedenartige Pflanzenwelt bewundern konnten.



Ich will gar nicht so genau wissen, welche Tiere wir einfach nicht gesehen haben, weil sie nur einheimische Führer entdecken:
 
Nach dieser Wanderung konnten wir unsere Unterkunft beziehen. Die eh nur kalte Dusche war super. Die Kinder durften sich selbstständig bewegen. Die Zeit verging im Flug. Gerne hätte Livio eines der jungen Äffchen nach Hause genommen, und auch Flurin hatte Freude an ihnen.


Der Star des Nationalparks ist jedoch der sonderbare Nasenaffe mit seinem wulstigen Riechorgan, ein gutmütiger Kerl, der im Gegensatz zu den Makaken keine Chipspackungen den Touristen klaut und keine weggeworfene Pepsidosen ausschlürft (alles gesehen...).

Livio und ich (Rahel) nah,en an einer geführten Nachtwanderung teil. Wir sahen vor allem Stabheuschrecken, grosse und winzige Spinnen (die Winzigen erkennt man an ihren Augen, die im Taschenlampenstrahl glizern - es gibt hunderte davon), verschiedene Frösche bis zum Pfeilgiftfrosch, schlafende Vögel in Höhlen, leuchtende Pilze und zuletzt eine etwa zwei Meter lange (ungiftige) Schlange direkt vor uns auf dem Pfad. Beeindruckend waren aber auch die Geräusche.

Der nächste Tag viel buchstäblich ins Wasser: Stellt euch an einem heissen Sommertag bei uns einen starken, dreiminütigen Platzregen vor während eines Gewitters. Genau dies erlebten wir, nur dauerte der Platzregen lange, sehr lange - ganze 12 Stunden. Aus den geplanten Morgenerkundungen wurde leider nichts mehr. Wir konnten uns ein Boot ergattern, welches genau gegen den schrägen Regen fuhr. Nach 20 Minuten waren wir klatschnass, konnten uns dann rudimentär trocknen, mussten aber zum Bus rennen und waren schon wieder nass und baten den Fahrer doch bitte, bitte die Klimaanlage auszuschalten!

Beim Besuch des ethnologischen Museum vor zwei Tagen kamen wir mit einem Angestellten ins Gespräch, der uns morgen auf eine Tour in ein entlegenes Dayak-Longhouse mitnimmt. Unser Vertrauen hat er damit gewonnen, dass er einiges an ethnologischem Wissen drauf hat und Bruno Manser (der Basler, der jahrelang bei den Penan lebte, gegen die Holzfällermafia kämpfte und seit ca. 2000 verschollen ist) persönlich getroffen hat. Er glaubt allerdings, dass er noch lebt und sich in entlegenere Gebiete zurück gezogen haben könnte. Na ja... Mal schauen, ob der Guide morgen tatsächlich auftaucht...
Anschliessend fliegen wir übermorgen nach Miri und von dort geht es ins entlegene Hochland.

Zum Schluss noch dies:

Im Bako-Nationalpark entdeckt:
Bearded Pig

Bearded Felix








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