Und dann hatten wir doch noch eine Auseinandersetzung mit
einem Taxifahrer: Um an den Flughafen von Kuching zu gelangen, bestellten wir
das Taxi auf Anraten des Rezeptionisten auf 6h früh (statt 5.30h wie
ursprünglich geplant). Dann endet der Nachttarif, der fast doppelt so teuer
ist. Der Fahrer war etwa fünf Minuten vorher da, seine Uhr im Taxi war zurück
gestellt und er raste wie ein Irrer zum Flughafen. Ihr ahnt es: Dort angelangt
verlangte er den Nachttarif und gab sich mit den ausgehändigten 30 Ringgit
nicht zufrieden … Natürlich gab Felix nicht klein bei, Taxifahrer und Felix diskutierten,
der Taxifahrer wandte sich ans Sicherheitspersonal des Flughafens, dem
Taxifahrer war es sichtlich unangenehm, als Felix beschrieb, mit welcher
Geschwindigkeit er gerast war. Die Sicherheitsleute schwiegen betreten, und als
der Fahrer das Geld abermals nicht annahm (weil er den Zuschlag wollte), hatten
wir genügend Zeugen und verschwanden mit allem Geld durch den Gepäck-Röntgen.
Im letzten Moment kam er hinterher und nahm das Geld vom normalen Tarif doch
noch an. Taxifahrer…
In Miri hatten wir ein super Hotel: noch sehr neu, sehr
gepflegt mit gutem Morgenbuffet (auch für europäische Gewohneiten), sehr
geräumig, sehr funktional und eine Dusche wie wir sie auch kennen. Miri selber
ist kleiner als Kuching, stickiger und stinkiger, obwohl die Stadt durch das
Erdöl und den Holzhandel sehr viele reiche Bewohner hat, was man an den Villen und den Autos sieht.
Wir haben auch das Gefühl, dass es etwas unsicherer ist mit etwas dubiosen
Gestalten, aber das liegt wohl daran, dass abends um 18.30 Uhr bereits alles
geschlossen und dunkel ist. Am Nachmittag waren wir auf dem Markt, wo wir viele
feine Früchte zum Zmittag-Zvieri kauften.
Schon am nächsten Morgen ging es weiter nach Bario, ins Hochland
(1500 M. ü. M.) zu den Kelabit. Die Kelabit sind eine Ethnie mit eigener
Sprache und nur wenigen tausend Menschen. Sie sind sehr gebildet und
entwickelt, u.a. weil sie seit bereits 60 Jahren eine Schule haben. Hier wollen
wir eine Woche bleiben. Mit einem kleinen Propellerflugzeug, das laut dröhnte
flogen wir eine knappe Stunde Richtung Urwald. Zuerst sahen wir das Ausmass all
dieser Palmöl-Plantagen. Zum Teil soweit das Auge reicht. Dann sah man das
Labyrinth aller Verbindungsstrassen zu kleinen Dörfern, aber vor allem zu
Abbau-Orten (Holz oder ev. auch Bodenschätze). Die Strassen wurden weniger, der
Dschungel nahm Überhand, es wurde gebirgiger, der Flug unruhiger und bald sah
man die Hochebene und das Flugfeld vor uns. Unser Gepäck nahmen wir direkt
neben dem Flugzeug gleich selbst in Empfang und marschierten die paar Schritte
zum Flughafen-Häuschen. Lucy holte uns ab und brachte uns in ihren Homestay.
| Unser Haus |
Unsere Lodge ist im Longhouse-Stil gebaut. Das ebenerdige
Geschoss (etwa 30 Meter lang) ist ausgebaut und dient als Werkstatt,
Wäscheraum, Konferenzzimmer. Im Obergeschoss dient der typisch lange Gang der
Allgemeinheit, von dort aus gelangt man nicht in einzelne „Wohnungen“, die in
eine Küche münden, sondern in die „Gästezimmer“. Lucy und David haben fünf
Kinder, von denen mindestens vier nicht mehr im Hochland wohnen. In der Zeit,
in der keine Ferien sind, bieten sie die leeren Räume Touristen an.
Lucy und David sind sehr interessante Leute. Sie sind
„pensioniert“, hier aufgewachsen und gehören zur ersten Generation, die eine
Schulbildung hatten. Wenn man nur schon Davids Erzählungen lauscht, wie
abenteuerlich es war überhaupt zur Schule und dann zu weiterführenden Schulen
und Unis zu gelangen… wochenlange Fussmärsche durch den Urwald – fast nicht
vorstellbar.
Seit letzter Weihnacht gibt es durchgehend Strom. Lucy und
David hatten zwar schon länger Solarzellen, aber seit kurzer Zeit können die
Gäste hier ohne schlechtes Gewissen ihre elektronischen Geräte aufladen. Und
selbstverständlich läuft seitdem der Fernseher praktisch ohne Unterbruch.
Es gibt zwar fliessend Wasser – manchmal auch nicht – aber
keine Dusche. Die Dusche ist ein Wasserbecken mit Wasserschaufel. Es gibt WCs,
deren Spülung aber häufig grad nicht funktioniert, dann muss man Wasser
nachschöpfen.
Ein Longhouse betritt man immer barfuss, das wussten wir
schon. Wenn man von dort ins WC tritt, zieht man dazu die dafür bereit
liegenden Flipflops an.
Wir haben zwei Zimmer, ausgestattet mit zwei Betten, einem
kleinen Tisch, einem Plastikstuhl und einem rudimentären Gestell. Ablagefläche
gibt es an den Querbalken der Holzwand, dort sind auch einige Nägel
eingeschlagen, an denen ein Spiegel und Kleiderbügel hängt.
Es ist sehr ringhörig, und weil draussen dieser allgemeine
Gang ist und vor unserem Zimmer direkt der Fernseher steht missen wir schon die
Privatsphäre.
Dazu war die fünfjährige Grosstochter Emma sehr auf unsere Jungs
fixiert, so dass wir kaum ein Spiel spielen konnten ohne dass sie auf uns
herumturnte, was für eine ganze Woche etwas anstrengend wurde.
| Emma wurde mit einer Geschichte vom Fernseher weggelockt... |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen