Hier wie an den meisten Orten im Hochland leben viele pensionierte Kelabit wie Lucy und David. Oder wie Lian, unser Führer nach Pa‘Lungan. Sie haben Ersparnisse (Arbeit bei Regierung oder Ölkonzernen) und bauen hier ihren Alterssitz. Ihre Kinder leben oft in der Stadt. Wer in der Stadt keine Arbeit findet, kommt zurück. Mit eigenem Fischteich (das haben fast alle), ein paar Hühnern, eigenem Reis und den Früchten und Gemüsen aus dem Urwald kann man gut leben.
Sehr früh (2001) hatte Bario Internet, dafür hat sich Lucy
als Schulvorsteherin stark gemacht. Zurzeit fehlt aber das Geld für die
Verbindung. Es gibt nur noch langsames Internet via einen einzigen
Telefonanbieter. Dies aber auch nur, wenn man an der richtigen Stelle steht.
In Bario ist die Schule für alle umliegenden Dörfer
stationiert. Weil einige davon weit weg sind und noch nicht alle eine Strasse
haben, leben schon die Primarschulkinder für jeweils ein bis drei Wochen
intern.
An einem Tag haben wir zwei Velos von Lucy bekommen und zwei
Mountainbikes dazu gemietet. So sind wir in der ganzen Ebene von Bario herum
gekommen, konnten Dörfer und Longhouses vergleichen. Ausser dass bei meinem
Velo das linke Pedal regelmässig abfiel und später der rechte Pedalboden auch
nicht mehr hielt, war es eine gute Art die Umgebung zu erkunden.
| Penan auf dem Weg zurück in den Dschungel |
Am zweitletzten Abend wurde Flurin leider ein bisschen krank,
Magenprobleme. Nun haben er und ich (Rahel) eine Abendunterhaltung und einen
Ausflug zu den Salzquellen verpasst.
Deshalb folgen ein paar Zeilen von Felix:
Deshalb folgen ein paar Zeilen von Felix:
Die Abendunterhaltung bestand aus traditionellen Volkstänzen
und wurde im Gemeinschaftsbereich des Longhouses zu Ehren von (malaysisch-)chinesischen
Investoren abgehalten, die hier zu Besuch waren (!!!). Ihr zweitägiger Besuch
setzte das ganze Tal und insbesondere Lucy in helle Aufregung. Lucy begrüsste
den Besuch nicht sonderlich, hatte aber dafür zu sorgen, dass ihnen rund um die
Uhr ein Programm geboten wurde. Immerhin wurde der Besuch von Seiten der
Regierung organisiert, und man wollte eine gute Falle machen. Weil wir teils
miteingeladen wurden, kamen wir (sprich v.a. Felix und Livio) in den Genuss von
speziellem Essen (Dschungelfleisch – wir hätten auch verzichten können) und der
besagten Abendunterhaltung. Alle Bewohner des Longhouses fanden
sich dazu ein – ein interessanter Anlass! Es gab Ansprachen, verschiedene traditionelle Tänze, bei denen wir am Ende miteinbezogen wurden und am Schluss einen Ananas-Drink.
| Kelabit-Frauen beim Gesang |
| Livio beim Kelabit-Tanz |
Die Chinesen waren leider während einer Nacht in unserem
Longhouse untergebracht. Sie rauchten allerhand Rauchbares und schnarchten aus
allen Zimmern und teils aus der Polstergruppe im gemeinsamen Gang (dabei hatten
sie zuvor nach Einzelzimmern verlangt!). Flurin rächte sich, indem er nachts
stöhnend und halb erbrechend zweimal durch den Gang stolperte und Chinesen aufweckte.
Aber es scheint nun alles schon wieder besser zu sein, zum
Glück! Immerhin müssen wir morgen alle reisefähig sein – es geht wieder zurück
nach Miri und dann weiter nach Kota Kinabalu in Sabah.
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